Hörgeräte Reparatur

Es ist wenig verwunderlich, dass bei den Preisen, die ein Hörgerät mitunter kostet, in der Regel auch hochqualitative Bauteile verwendet werden. Diese sorgen beispielsweise für bestmögliche Klangqualität, möglichst intuitive Bedienung und angenehme Haptik. Doch wie bei allen elektronischen Geräten, können auch bei Hörgeräten Defekte auftreten. Welche Schäden möglich sind, wer sie übernimmt und welche Kosten auf Sie zukommen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Diese Schäden können auftreten:

Es hängt grundsätzlich vom beschädigten Bauteil ab, auf welche Höhe sich die Reparaturkosten belaufen. Am günstigsten zu beheben sind Kleinstreparaturen, die beispielsweise im Zuge von Wartungen durchgeführt werden: Ein Wechsel der Cerumen-Schutz-Filter oder der Batterielade kostet selten über 30 €. Teurer wird es, wenn es um die Hörer geht: Während für einen neuen externen Hörer gut und gerne 80 € verlangt werden, kann die Reparatur von verstopften Hörern und Mikrofonen auch die 120 €-Grenze übersteigen. Richtig teuer wird es, wenn der Verstärker des Hörgeräts defekt ist. Dann muss mit Kosten von über 600 € gerechnet werden. Je nach Kaufpreis kann hier bereits von einem wirtschaftlichen Totalschaden gesprochen werden.

Garantie und Gewährleistung – das übernimmt der Hersteller:

In der Regel darf beim Kauf eines Hörgeräts mit einem Jahr Garantie gerechnet werden. Innerhalb dieser Zeit behebt der Hersteller bzw. der Hörakustiker die von ihm ausgewiesenen Mängel. Häufig behoben werden aber lediglich Fehler von Werksseite, z.B. Konstruktionsfehler. Bei Schäden trotz sachgemäßer Behandlung lassen viele Akustiker jedoch Kulanz walten. Die zweijährige Gewährleistung ist gesetzlich geregelt und gibt dem Kunden das Versprechen, das Hörgerät voll funktionsfähig an ihn übergeben zu haben. Reguliert werden hier nur Schäden, die bereits zum Zeitpunkt der Übergabe bestanden. In der Praxis erweist sich die Gewährleistung jedoch nur als bedingt relevant, denn nach sechs Monaten wird die Beweislast umgekehrt. Das bedeutet konkret: Wenn das Hörgerät nach sieben Monaten kaputt geht und der Träger geht von einem Werksfehler aus, muss er das dem Verkäufer beweisen.

Das übernimmt die Krankenkasse:

Zusätzlich zu der Zuzahlung zum Hörgerät unterstützen gesetzliche Krankenkassen den Träger mit einer Reparaturkostenpauschale. Diese beträgt durchschnittlich 160 € und ist für den kompletten Zeitraum von sechs Jahren angesetzt. Während dieser Zeit anfallende Reparaturen werden entweder anteilig oder komplett von der Pauschale getragen. Kosten, die die Pauschale übersteigen, muss der Hörgeräteträger selbst leisten.

Pfleglicher Umgang ist das A und O

Wer sich um sein Hörgerät kümmert, kann viele schwere Schäden vermeiden. Dennoch gibt es auch Faktoren, gegen die man es kaum schützen kann. Ein häufiger Grund für Reparaturen ist beispielsweise Feuchtigkeit im Inneren. Diese entsteht durch Kondenswasser oder auch Schweiß und kann den Verstärker beschädigen, Kurzschlüsse provozieren oder den Hörer außer Kraft setzen. Weiterhin zu berücksichtigen sind Schäden durch unsachgemäße Handhabung. Darunter zählen zum Beispiel defekte Batterieklappen durch falsches Einlegen der Batterie oder Kabelbrüche durch Überdehnung. Ebenfalls beeinflusst wird die Funktion des Hörgeräts durch verstopfte Mikrofone. Verantwortlich können Cerumen oder kleine Hautpartikel sein, die den Klang und somit das Verstehen beeinträchtigen können. Gute Pflege ist unerlässlich; FÜr Verbesserung kann auch eine professionelle Reinigung durch den Hörakustiker sorgen.

Regelmäßige Wartung

Es empfiehlt sich, die von Hörakustikern angebotenen Wartungen regelmäßig in Anspruch zu nehmen. So werden die meisten Fehler ausgegrenzt, die über einen längeren Zeitraum entstehen können. Zusätzlich ist es unerlässlich, das Hörgerät täglich ordnungsgemäß zu reinigen. Durch die richtige Pflege können zwar nicht alle aber die meisten Schäden verhindert werden.

Für den Fall der Fälle: Was mache ich, wenn mein Hörgerät kaputtgeht?

Sobald Sie einen Schaden an Ihrem Hörgerät entdecken, sollte Sie der erste Weg zum Hörakustiker führen. Dieser untersucht das Gerät und entscheidet, ob er es vor Ort reparieren kann, es eingesendet oder ausgetauscht werden muss. Auf der sicheren Seite sind Sie mit einem Kostenvoranschlag über die Sie zu erwartenden Kosten. Dieser kann anschließend bei der Krankenkasse oder bei der Hörgeräteversicherung für mögliche Kostenerstattungen eingereicht werden. Häufig erhalten Sie für die Dauer der Reparatur ein Ersatzgerät.

 

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